Wie an der heutigen Medienkonferenz des Regierungsrats deutlich wurde, sind die direkten CO2-Emissionen pro Kopf im Kanton Zürich zurückgegangen. Am stärksten ist der Rückgang bei den Gebäuden: Dort sind die Emissionen pro Kopf um rund 60 Prozent gesunken. Seit der Einführung der Vorgaben für den Heizungsersatz im Jahr 2022 setzen mindestens 95 Prozent der bewilligten Heizungen auf erneuerbare Energie. Bis 2050 kann sich der Kanton bei der Wärme vollständig selbst versorgen. «CO2 zu vermeiden ist möglich, und die Energiegesetzgebung zeigt Wirkung. Klare und planbare Regeln bringen Klimaschutz und regionale Wertschöpfung zusammen. Diesen Weg müssen wir weitergehen und Abwärme, Geothermie und thermische Netze konsequent erschliessen», ist Daniel Rensch, Kantonsrat und Umweltingenieur ETH, überzeugt.
Wir brauchen dringend Windenergie und saisonale Speicher
Auch 2050 muss der Kanton laut Regierungsrat rund zwei Drittel seines Winterstroms importieren. Für die GLP ist das ein klarer Auftrag. Die Windenergie-Eignungsgebiete im Richtplan müssen ohne weitere Verzögerung festgesetzt werden, Photovoltaik auf Dächern, an Fassaden und auf Infrastrukturen muss gezielt gefördert und saisonale Speicher müssen vorangetrieben werden. «Wer Versorgungssicherheit will, darf die Windkraft nicht auf die lange Bank schieben. Jede Kilowattstunde, die wir im Winter selbst produzieren, macht uns unabhängiger von Krisen und Preisschocks», sagt Andreas Hasler, Kantonsrat und Präsident der Kommission für Energie, Verkehr und Umwelt (KEVU).
Solarstrom vom Mittag in den Abend bringen
Mit dem Ausbau der Photovoltaik produziert der Kanton an sonnigen Tagen mehr Strom, als er gerade braucht. Abends und nachts fehlt dieser Strom leider. Batteriespeicher schliessen diese Lücke und sind in kurzer Zeit massiv günstiger geworden. Darum fordern die Grünliberalen, dass der Kanton deutlich mehr Tempo macht. Es braucht einfache Verfahren für Heim-, Gewerbe- und Quartierspeicher, dynamische Stromtarife, die netzdienliches Verhalten belohnen sowie bidirektionales Laden von Elektroautos. Speicher stabilisieren das Netz, vermeiden teure Netzausbauten und machen den lokalen Solarstrom rund um die Uhr nutzbar. «Batterien sind heute die günstigste Lösung, um Solarstrom vom Mittag in den Abend zu bringen. Wer heute baut oder saniert, soll Speicher ohne Hürden einplanen können», sagt Kantonsrat Andreas Hasler.
Verkehr, Landwirtschaft und Entsorgung brauchen mehr Tempo
Im Verkehr, in der Landwirtschaft sowie in der Entsorgung sinken die Emissionen zu langsam. Was bei den Gebäuden gelungen ist, muss nun auch dort gelingen. Die GLP erwartet vom Regierungsrat konkrete, messbare Massnahmen statt Prüfaufträge. Dazu braucht es einen attraktiven öffentlichen Verkehr, Ausbau der Ladeinfrastruktur und gezielte Massnahmen gegen klimawirksame Gase.
Anpassung an den Klimawandel ist kein Nebenschauplatz
Der Sommer 2026 hat gezeigt, was Hitze und Trockenheit für Mensch, Natur und Gewässer bedeuten. Bei tiefen Abflüssen steigen die Schadstoffkonzentrationen. Wir müssen unsere Gewässer deshalb umfassender vor Schadstoffeinträgen schützen», sagt Kantonsrat Daniel Rensch. Kantonsrat Andreas Hasler ergänzt: «Intakte Feuchtgebiete, Wälder und Grünflächen kühlen, speichern Wasser und sichern die Biodiversität. Die ökologische Infrastruktur ist die günstigste Klimaanpassung, die wir haben.»
Kühlen ist Gesundheitsschutz – jetzt Bewilligungen vereinfachen
Die GLP begrüsst, dass der Regierungsrat Klimaanlagen nun endlich nicht mehr nur als Komfortfrage betrachtet, sondern auch als Frage der Gesundheit. Hitzewellen belasten vor allem ältere und kranke Menschen, Schwangere und Kleinkinder. Bereits 2025 haben unsere Kantonsratsmitglieder Daniel Rensch, Stefanie Huber und Andreas Hasler mit einer Anfrage (KR-Nr. 226/2025) die aufwendige Bewilligungspraxis kritisiert. Noch heute braucht es für jede fest installierte Klimaanlage eine Baubewilligung! Eine Erleichterung für besonders gefährdete Menschen gibt es nicht. Wer schwitzt, greift deshalb oft zum ineffizienten mobilen Gerät. Die Baudirektion hat ein Meldeverfahren für ausgewählte Klimaanlagen in bestehenden Gebäuden angekündigt. Die GLP fordert, dass dieses Verfahren nun rasch und unbürokratisch eingeführt wird, analog zu den Wärmepumpen. «Wer sich vor Hitze schützen will, soll nicht an Formularen scheitern. Effiziente Geräte, idealerweise mit Solarstrom vom eigenen Dach, schützen die Gesundheit und schonen das Klima. Jetzt muss der Kanton vorwärtsmachen», sagt Kantonsrat Daniel Rensch.
Kontaktpersonen für Medienanfragen
Andreas Hasler, Kantonsrat und Präsident KEVU, 079 385 51 84
Daniel Rensch, Kantonsrat und Mitglied KEVU, 079 342 35 19
Christa Stünzi, Kantonsrätin und Fraktionspräsidentin, 079 771 76 63